Das Nolana-Projekt

Zucht und Haltung von Haarschafen in Deutschland

Dr. Rolf Minhorst

Die Schafhaltung in der Bundesrepublik Deutschland leidet unter sehr niedrigen und stark schwankenden Rohwollerlösen von 0,20 bis 0,80 €/kg. Wolle kann bereits seit Jahren in unserem Lande kaum noch kostendeckend (Kosten der Wollerzeugung: Schur, Wollpflege, Vermarktung, etc.), geschweige denn gewinnbringend produziert werden. Die Textilindustrie wird von einem rasant verlaufenden Strukturwandel gebeutelt und deckt ihren Bedarf an Wolle heutzutage durch Importe aus Übersee und zwar zu Preisen, die für deutsche Schafhalter konkurrenzlos niedrig sind. Arbeitsgänge wie das Waschen, Aufbereiten und Verarbeiten der Wolle finden kaum noch im Inland statt.

Aus diesem Grunde schlug Dr. Rolf Minhorst im Jahre 1997 vor, Haarschafe auf breiter Basis zu züchten. Haarschafe sind Schafe mit einer Kurzhaardecke, die nicht geschoren werden müssen. Die Projektidee wurde erstmalig als „Nolana-Projekt“ in der Fachpresse der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die seither im Nolana-Projekt zusammen geschlossenen Züchter und landwirtschaftlichen Versuchseinrichtungen sind dabei, eine neue synthetische Fleischschafrasse im Haarschaftyp zu züchten. Diese „Nolana“-Schafe haben eine Kurzhaardecke (wie eine Ziege), produzieren kein Wollvlies und müssen daher nicht geschoren werden. Die bei der Wollproduktion entstehenden Kosten entfallen also und belasten die Schafhaltung nicht mehr zusätzlich.

Projektziele

Angesichts des Preisverfalls von Rohwolle soll der Schafzucht mit der Bereitstellung einer leistungsfähigen Haarschafrasse (Nolana-Schafe) eine neue Perspektive geboten werden.

  • Umzüchtung von Wollschafherden durch Rückkreuzung auf Haarschaf mit Böcken der Rassen Wiltshire Horn, Dorper und Barbados
  • Bereitstellung von Haarschafen für die Fleischerzeugung und die Landschaftspflege
  • Beratung der interessierten Schafzüchter-Öffentlichkeit im Hinblick auf die Umzüchtung vorhandener Herden
  • Beitrag zur Weiterentwicklung der Wirtschaftlichkeit der deutschen Schafzucht
  • Erhalt und Förderung des Einsatzes von Schafen in Landschaftspflege und Naturschutz
  • Unterstützung einer Landschaftsentwicklung, die aus ökonomischen Gründen auf tiergebundene Landschaftspflege zurückgreift