v.l.n.r: Ines Hierbeck, Hans Gerbracht, Herbert Kampen, Benedikt Hüttemann, Dr. Clemens Becker, Urs Jäger, Jan Fleischfresser
Erfolgreiche Nolana-Jahrestagung im Knüllwald
Über 40 Teilnehmer kamen am 22. August zur 19. Jahrestagung des Nolana-Netzwerks Deutschland e. V. in Knüllwald-Nenterode zusammen. Das bundesweite Netzwerk zählt inzwischen deutlich mehr als 100 Haarschafzüchter. Neben den Regularien der Mitgliederversammlung standen der persönliche Austausch und zwei Fachvorträge im Mittelpunkt des traditionellen Treffens.
Erfolgreiche Auftritte bei Schafschauen
Der Vorsitzende Benedikt Hüttemann begrüßte neben den deutschen Teilnehmern auch Haarschafzüchter aus der Schweiz und den Niederlanden. Seinen besonderen Dank richtete er an Vanessa und Ingo Eckhardt für die Organisation der Veranstaltung vor Ort.
In seinem Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr hob Hüttemann insbesondere das erfolgreiche Abschneiden von Tieren der Rassen Nolana und Braunes Haarschaf bei den Schaftagen in Nordrhein-Westfalen hervor. Die auf Haus Düsse veranstalteten Schaftage standen bundesweit Tieren beider Haarschafrassen offen. Positiv bewertete er zudem die Beteiligung von Haarschafzüchtern an verschiedenen regionalen Schaftagen und Kreistierschauen.
Gleichwohl führen Haarschafe insgesamt weiterhin ein Nischendasein. Hüttemann ermutigte die Züchter daher, sich verstärkt an entsprechenden Schauen zu beteiligen und dort die Vorzüge der Haarschafrassen sichtbar zu machen.
Positive Entwicklung der Tierzahlen
Entgegen dem Trend bei vielen anderen Schafrassen steigen die Herdbuchbestände von Nolana und Braunem Haarschaf weiter an. Derzeit sind rund 700 Nolana- und 800 Tiere der Rasse Braunes Haarschaf im Herdbuch eingetragen. Langfristiges Ziel ist es, die Zahl der Herdbuchtiere beider Rassen bis zum Jahr 2035 auf jeweils 2.000 zu erhöhen.
Eine Herausforderung stellt in einigen Landesschafzuchtverbänden die einheitliche Bewertung der Zuchttiere dar. Da Fachleute der Zuchtverbände die Rassen in manchen Regionen nur selten beurteilen, fehlt mitunter die notwendige Routine. Das Netzwerk arbeitet deshalb an einer bebilderten Interpretationshilfe, die eine möglichst einheitliche Bewertung unterstützen soll. Zahlreiche Mitglieder sprachen sich auf der Versammlung dafür aus, dieses Vorhaben konsequent weiterzuverfolgen.
Auch der geplante Beitritt des Nolana-Netzwerks zur Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e. V. soll dazu beitragen, die Interessen der Haarschafzüchter künftig noch stärker zu vertreten.
Satzung modernisiert und Vorstand breiter aufgestellt
Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig eine von einer Arbeitsgruppe erarbeitete Neufassung der Satzung. Nach 15 Jahren war eine Modernisierung erforderlich geworden, um die Satzung an die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen.
Auch die Neubesetzung des Vorstands trägt der bundesweiten Bedeutung des Vereins Rechnung. Zum Vorsitzenden wurde Benedikt Hüttemann aus Schermbeck gewählt. Jan Fleischhauer aus Kalletal übernimmt das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, Herbert Kampen aus Voerde das des Kassenwarts.
Als Beisitzer wurden Dr. Clemens Becker aus Holle, Hans-Dieter Gerbracht aus Medebach, Ines Hierbeck aus Hofkirchen und Urs Jäger aus Wettin-Löbejün gewählt.
Fachvorträge zum Abschluss
Den fachlichen Abschluss der Tagung bildeten zwei Vorträge. Dr. Hendrik Wagner von der Universität Gießen referierte über die Vermeidung von Inzuchtdepressionen bei Rassen mit geringen Tierzahlen. Zu diesem Thema soll in einer der kommenden Ausgaben der SCHAFZUCHT ein ausführlicher Fachbeitrag erscheinen.
Anschließend stellte Dr. Elisabeth Jonas von der Universität Bonn die Ergebnisse einer Masterarbeit zur Populationsanalyse und Inzucht bei Nolana vor.
Fachwissen, Praxis und persönlicher Austausch
Die Nolana-Jahrestagung bot Haarschafzüchtern und an der Haarschafhaltung interessierten Schafhaltern erneut eine Kombination aus Fachwissen, Praxis und persönlichem Austausch. Gespräche über die Tiere und die zukünftige Ausrichtung der Haarschafzucht fanden dabei nicht nur während des offiziellen Programms statt.
Gerade der fachliche Austausch in ungezwungener Atmosphäre – am Pferch oder auf der Weide – ist für die weitere Zuchtarbeit von besonderer Bedeutung. Viele Teilnehmer betonten, dass allein dieser intensive Austausch einen wichtigen Mehrwert der Mitgliedschaft im Nolana-Netzwerk darstellt.
Weitere Informationen und aktuelle Meldungen finden interessierte Schafhalter auf der Internetseite des Nolana-Netzwerks Deutschland.
Dr. Clemens Becker, Nolana-Netzwerk und Haarschafzüchter in Niedersachsen



